Wer gärtnert hat mehr vom Leben – und von der BGFG!

Sommerabendliche Kultur im Grünen – mitten in der Stadt – ein großes Vergnügen

Die Zeiten, in denen die Erwähnung von Garten und Gärtnern für Naserümpfen sorgte, liegt noch nicht allzu lang zurück. Das war die Zeit, als Balkone und Innenhöfe als erweiterte Müllbox dienten. An Terrakotta-Töpfe und vertikale Beete, aus denen Blumen und Gemüse sprießen, dachte niemand. Genausowenig wie daran, mit Gummistiefeln und Gartenhandschuhen im Innenhof zu stehen und ein Beet voller Blumenerde zu beharken und sich mit den Nachbarn über die Teilung der Zucchini-Ernte zu unterhalten. In St. Georg ist so ein kleines Wunder geschehen.

Wenn man vom sozialen Brennpunkt Hansaplatz in den Innenhof des dortigen BGFG-Quartiers wechselt, dann steht man seit einiger Zeit auf einem anderen Planeten, dann öffnet sich auf einmal eine Gartenlandschaft mit kleinen Funktionsbereichen. Und man spürt bei allen, die da mitmachen, so etwas wie und gar berechtigten Stolz darauf, ein kleines Paradies geschaffen zu haben auf, eine, nein, keine spießige Kleingartenmentalität, sondern so etwas wie eine Idylle mitten in der Stadt. Ja, und die Nachbarn, die da gemeinsam das Grün entdecken und beackern, die sprechen und gehen anders miteinander miteinander um …  Das war beeindruckend.

> Der Abend, draußen, in eben diesem  innenhöfischen Park mit Peter Franke auch. Dass der Mann sprechen kann, das ist ja bekannt. Auch deshalb war es rappelvoll. Wie er liest, dramatisiert, den Buchstaben Leben einhaucht, das ist immer wieder beeindruckend. Den alternden englischen Obergärtner Pinnegar, der auf feine, britisch selbstironische Art auf sein Leben zurückblickt, das war beeindruckend. Wieder einmal, draußen, mitten im Park des Innenhofes. Michael Friedericis kleine Einführung in die Geschichte des Gärtnerns – insbesondere das sog. Urban Gardening, bildete eine gute Überleitung zu einem Gespräch mit dem Mann, der bei den Genossen der BGFG die Liebe zum modernen Gärtnern verbreitet, Rico … Er ist, das war beim Interview spürbar, begeistert von den Möglichkeiten, die das Gärtnern in der Stadt bietet -, und sein Enthusiasmus begeistert… Dass am Ende draußen ein wenig getanzt wurde, das war aber auch einem rundum runden Abend geschuldet, den Ingo Theel eingeleitet hatte. Und wie das so ist, an solchen  Sommerabenden, die Genossen wollten mehr. Die hatten Lust, die wollten tanzen. – Das machen wir dann beim  nächstes Mal – eine Art genossenschaftlichen Erntedank! Versprochen!

 

Eine Veranstaltung der BGFG. Weitere Informationen unter Tel. (040) 21 11 00-66.

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