Kultur vor Ort: Eine Seefahrt ist nicht immer lustig …

Harald Maack im vollbesetzten Kleinen Rathaus

Im Januar 1998 erfüllte sich Harald Maack seinen Jugendtraum: eine Weltreise auf einem Containerschiff. Das Reisetagebuch des Kult-Notruf-Hafenkanten „Wolle“ erschien in gehörigem Abstand.

Sich selbst ironisierend hat er das, was er sich da getraut und fast 20 Jahre später aufgeschrieben hat, mit „Ich Idiot! Tagebuch einer Weltreise“ überschrieben. 24 Stunden Bar und Büfett – Fehlanzeige. Dauerbespaßung – gibt’s nicht. Hafenzeiten – meist sehr begrenzt. Liegeplätze – oft jedwede feste Route und Einhaltung des Fahrplans – nicht garantiert. Man muss offenbar tatsächlich ein Idiot sein, um sich auf eine solche Reise einzulassen. – So scheint es!

Aber nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten wurde an dem lauen Abend im vollbesetzten Kleinen Rathaus in Rothenburgsort deutlich, dass diese ungewöhnlichste und längste Reise seines bisherigen Lebens viel mehr war, als ein erfüllter Jugendtraum eines erfolgreichen Schauspielers. Denn, auch das machte die hinreißende Lesung, von filmischen Dokumenten dieser Fahrt gerahmt, klar: Im Gegensatz zu den schwimmenden Wolkenkratzern, genannt Kreuzschiffe, ist Harald Maack, trotz aller Fährnisse des Frachtschiffreisens dem alten Sinn des „Seefahrens“ offenbar viel näher gekommen, als es den Teilnehmern der Eventdampfer je gelingen wird. Deshalb: Dieser Abend hat wieder Lust gemacht, Lust auf Meer, auf die klassische Seefahrt, Lust darauf, sich „zum Idioten“ zu machen!

Eine Veranstaltung der BGFG. Weitere Informationen unter Tel. (040) 21 11 00-66.

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