Kultur vor Ort: Petrus, Heine und gefährliche Frauen

Internationaler Frauentag im proppenvollen Waschhaus in Lohbrügge

Petrus ist ein Mann, so viel steht fest. Was dieser vermeintliche Wetterspezialist dann allerdings am  Internationalen Frauentag produzierte, das war, gelinde gesprochen, eine Macho-Regen-Show vom feinsten. Er hatte mit diesem durchsichtigen Manöver allerdings gar keine Chance: Das „Waschhaus“ in der Mendelstraße war nicht nur voll, es war proppenvoll. Das Programm korrespondierte dem Anlass gemäß mit der Stimmung – ungeheuer weiblich und geradezu aufbruchsheiter.

Ein Mann, Schauspieler Oliver Hermann, stellte einen anderen vor, Heinrich Heine, der  den Hamburger Frauen seiner Zeit bescheinigte vor allem eines zu sein – gefährlich. Das war und ist nachvollziehbar – bis heute. Agata Paulina, die Poetin unter den hanseatischen Liedermacherinnen, rahmte die Lesung, durch die wieder Michael Friederici führte, mit bittersüßen Texten und höchst eindrucksvoller Stimme. Ingo Theel hatte den Abend, eingeleitet. Der BGFG-Vorstand leitete die ganz und gar erfrischend unfeierlichen Feierlichkeiten mindestens ebenso eindrucksvoll aus – mit roten Nelken für die Frauen. – Und Petrus? Der wird den Abend mit den gefährlichen Frauen zwar anfangs bedröppelt, aber schließlich wohl auch genossen haben: Der Schmuddel hatte sich gelegt …

Eine Veranstaltung der BGFG. Informationen unter Tel. (040) 21 11 00-66.

ribeaucourt   1


Kommentare: 1

  1. Hanne Heinrich


    Verklungen war jetzt die Legende,
    Die Leute schlugen in die Hände,
    Und riefen »Bravo!« ohne Ende;

    Vers aus Heines Gedicht, da stimme ich ein. Es war wieder einmal eine total gelungene Lesung. Danke und ich bin bei den nächsten Lesungen wieder dabei.

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