Kultur vor Ort: Ach, die Liebe … .

Eine hinreißende Andrea Lüdke brillierte in Alsterdorf

Um es  mit Karl  Valentin zu sagen: Mit der Liebe ist es, wie mit der Kunst. Sie ist schön, macht aber auch viel  Arbeit. Das wurde in der schon traditionellen „Lesung mit Musik“ im Rahmen der Reihe „Kultur vor Ort“ am  Valentinstag in Alsterdorf einmal mehr als deutlich. Michael Friederici, der auch die Überleitungen sprach, hatte Gedichte, Geschichten und Briefe aus dem 19. Jahrhundert und von heute  ausgesucht – aus der Sicht des Mannes und aus der Perspektive der Frau. Während zwei große Dichter aus dem 19. Jahrhundert (Flaubert und Beaudelaire) sich noch handschriftlich der Frau ihrer Träume ausladend „zu Füßen“ warfen, twitterte ein junger Mann von heute namens Tom aus einer Hochhauswohnung mit weniger als 140 Buchstaben um Hilfe. Seine „Königin der letzten Nacht“ hatte ihn eingesperrt, in ihrer Hochhauswohnung. Flucht war nicht möglich. Wie die beiden sich per Smartphone wieder näherkommen, das war spannend, witzig und erstaunlich.

Der zweite Teil des Abends begann dann mit einem Gespräch mit  Andrea Lüdke. Die hinreißend rezitierende Schauspielerin war schon ein junger Star in der DDR, bevor sie sich kurz vor der Wende nach Westen, nach Hamburg absetzte … Lyrischer Höhepunkt waren zwei holprig sinnfreie Gedichte eines Computerprogramms: Michael Friederici hatte ein Poesie-Programm zur Feier des Tages im Internet gefüttert. Das Gedicht auf  Vicky Gumprecht endete mit der vielsagenden Zeile: So absolut Vicky – so absolut! Was soll man denn auch sonst zu einem Abend wie diesem sagen. Tim Jaacks, ein junger Singer-Songwriter rundete das Programm dieses valentinesquen Valentinstagabends geradezu begeisternd ab. Kurzum: Ein Abend, der schon jetzt Lust auf den 8. März in Lohbrügge macht.

Eine Veranstaltung der BGFG. Informationen unter Tel. (040) 21 11 00-66.

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