Kultur vor Ort:
Weihnachtsfisch mit Ätznatron

Musikalische Winter-Weihnachts-Lesung im vollen – und singenden Elbschloss an der Bille

Natürlich hat man genug von Weihnachten und dem ganzen falschen Rummel. Aber diese Dezemberabende im Elbschloss an der Bille machen einfach Spaß, das gemeinsame Singen sowieso. Es sind wohl diese Geschichten, die an diesen Abenden vorgetragen werden, die sich zwischen  „klassischer Fest-Stimmung“, einer unaufdringlichen Aktualisierung bewegen, zwischen Melancholie und Heiterkeit – umrahmt von einer geradezu selbstverständlich leichten Lust am gemeinsamen Gesang.

Michael Friederici führte wieder durch den Abend und eröffnete mit der Feststellung, dass das christliche Abendland in diesen Wochen einen ungarisch-römischen Soldaten (11.11., Heiliger Martin), einen türkischen Bischof (6.12., Heiliger Nikolaus), einen aramäischen Wanderprediger (24.12., Jesus), ein paar jüdischen Hirten (25.12.) und drei persisch-arabischem Sterndeuter (6.1. Heilige Drei Könige) feiert. „Man mag sich gar nicht ausmalen was passieren würde, wenn sich diese Gruppe z.B. derzeit in Dresden auf dem Weihnachtsmarkt träfe…“

 

Die erste Geschichte, die ein wieder brillierender Harald Maack (der „Wolle“ vom „Notruf Hafenkante“) dann las, beschäftigte sich denn auch mit dem Fremden in der Fremde, norwegischen Weihnachtsfischbräuchen, die schon einige Kilometer weiter südlich auf geschmackliche Grenzen stoßen. Wer mag an diesen Tagen schon mit Ätznatron bearbeiteten Dorsch? Bei unseren skandinavischen Nachbarn gilt der sog. Lutefisk als Delikatesse; bei den „Kultur vor Ort“-Abenden bereitet Koch Colin die traditionellen Imbisse zu – und hat längst den Status eines Geheimtipps hinter sich gelassen… Gitarrist Gerald Voigts hatte nicht nur einen Strauß an weihnachtlichen Liedertexten vorbereitet, ihm gelingt es immer wieder alle „mitzunehmen“, sogar diejenigen, die sich normalerweise allenfalls unter der Dusche zu gesangsähnlichen Geräuschen hinreißen lassen.

 

„Kultur vor Ort“ hat an diesem Abend, aber auch in diesem Jahr bewegt – und bringt offenbar immer mehr in Bewegung: Denn das Elbschloss war – wieder einmal – voll. Nach der Stimmung zu urteilen, wird „Kultur vor Ort“ im nächsten Jahr noch mehr Platzprobleme bekommen. Das sind doch keine schlechten Aussichten für 2016. Wir wünschen allen ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest – und einen guten Rutsch ins Neue (Schalt-)Jahr.

Eine Veranstaltung der BGFG. Informationen unter Tel. (040) 21 11 00-66.

ribeaucourt   Hinterlassen Sie einen Kommentar


Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Kommentieren