Kultur vor Ort: Horoskope sind keine Rettungsringe

Jan Schröter finalisierte seine Deutschland Tour bei der BGFG in Steilshoop
Jan Schröter hat studiert, einige Semester Jura, Sonderpädagogik, Germanistik, und machte dann eine kleine Buchhandlung für Reiseschmöker auf. Dann begann er mit Schreiben sein Geld zu verdienen. Keine Romane, aber auch schon Geschichten der ganz besonderen Art: Horoskope zum Beispiel …

 

 

Heute produziert er Drehbücher für die großen TV-Flaggschiffe wie Traumschiff, Alpha-Team.., war langjähriger Stammautor ARD-Kult-Serie Großstadtrevier, und ist als Buch-Autor höchst beliebt: Mit seinen Romanen gastiert er deutschlandweit. Mit seinem neuesten, Rettungsringe, ist er auch schon auf etlichen Stationen in Deutschland zu Gast gewesen, um schließlich bei „Kultur vor Ort“ in Steilshoop zu landen. „Denn schließlich“, sagte er, „muss ich ja auch irgendwann wieder an den Schreibtisch.“

Man merkt, dass der Mann als Drehbuchautor arbeitet. Er kann Pointen setzen – und, selten genug, begleite diesmal seine Lesung selbst zur Gitarre. Seine Gesangsstimme kommt der von Reinhard Mey sehr nahe, seine Texte gar nicht. Denn die sind so wunderbar bitterböse und anheimelnd meuchelnd, wie sie ein Herr Mey nicht einmal albträumen könnte. Worum ging´s? Um uns, um das Älter und dicker und nicht schlauer werden: Da treffen sich sechs Mitt- bis End-Fünfziger, drei Männer und drei Frauen, wieder und beschließen, eine Kanufahrt anzutreten, die sie vor bald vierzig Jahren als Klassenfahrt unternehmen wollten. Das soll jetzt nachgeholt werden und so paddeln die sechs die Weser hinunter. Eigentlich kein aufregende Sache. Was Jan Schröter daraus gemacht hat, das ist alles andere als eine sentimentale Suche von midlifecrisigen Übergewichtlern nach der verlorenen Zeit und den großen Plänen von damals: Der Drehbuchautor hat ein literarisches Roadmovie geschrieben, das mit Slapstickeinlagen gespickt ist. Seine älter gewordenen Protagonisten wollen es einfach noch einmal wissen, so wie damals, mit der Erfahrung von heute. Nur ihre Spleens, die sie schon in der Schule zeigten, die haben sie im Verlauf der Jahre noch ein wenig konturiert. „Was ich an Jan Schröter so schätze“, sagte jemand, „ist, dass er es schafft einen wunderbar humorigen Alltagsroman  zu schreiben, lecker und locker. Und ganz dahinten merkt man auf einmal, dass sich da die großen Wahrheiten des Lebens einschleichen.“

Eine Veranstaltung der BGFG. Informationen unter (040) 21 1100-66.

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