Kultur vor Ort: Die Jugend von heute ist zwar auch nicht mehr das, was sie einmal war – das Alter aber auch nicht!

Wer von „Niveaulimbo“ redet, wenn er sinkendes Niveau meint, hat die aktuelle Jugendsprache total drauf. Das meinen Sprachforscher. Rothenburgsort kann jetzt endlich mitreden.

Der „Kultur-vor-Ort-Abend“ stand ganz im Zeichen der Jugendsprache: „Die Jugend ist auch nicht mehr das, was sie einmal war“. Genau! Obwohl: Seit Freitagabend, 15. August am „Kleinen Rathaus“, scheint auch das Gegenteil belegt. Die HipHop-Academy ließ tanzen, rappen und Beatboxen, dass einmal mehr klar wurde, wie kreativ mit Sprache umgegangen werden kann. Sogar diejenigen, deren Jugendsozialisation mit den Rolling Stones endete nickten im Takt dazu – und damit ab. Über 70 Zuhörer und Zuschauer ließen sich von Ali Baba, vier Nachwuchstänzerinnen und einem Beatboxer mitreißen. Aber auch und gerade von der Berliner Schauspielerin Rike Schmid. Was die ab und an im Dialog mit Moderator Michael Friederici an Texten vorstellte, das zeigte in höchst unterhaltsamer Weise einmal mehr: Die Jugendsprache unserer Eltern, also sagen wir z.B. mal – „Halbstarkendeutsch“, das haben deren Erziehungsberechtigte auch kaum nachvollziehen können. Aktuelle (Jugend-) “Dialekte“ wie „Kanakisch“ wurden konfrontiert mit Dialogen aus dem Klassiker „Die Halbstarken“ oder einer Geschichte über die sprengende Kraft des Mini-Rocks, Erinnerungen an die inzwischen auch schon zur Folklore gehörenden Punker und mit dem Modesprech derjenigen, die Handy und Google schon für „fluent English“ halten, dem sattsam bekannten Denglish. Kurzum: Getanzt wurde mit Füßen, Bauch (es gab wieder einmal ganz wunderbares Essen), und vor allem Köpfchen. Und wie, aber kein Niveaulimbo. Denn die Jugend von heute ist ja tatsächlich nicht mehr das, was sie einmal war. Das „Alter“ aber auch nicht. Und das belegte dieser Abend einmal mehr, das ist auch gut so!

Eine Veranstaltung der BGFG. Informationen unter (040) 21 11 00-66.

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