Kultur vor Ort:
Wir wollen was ihr habt? in St. Georg

Wir wollen was ihr habt? Die BGFG hat – was ihr wollt!
Erfolgreiche Kultur vor Ort Premiere am Hansaplatz am 19.03.2014

Premiere am Hansaplatz. Und was für eine. Nach der Eröffnung vom Vorstand der BGFG, Ingo Theel, nutzte Ralph Misske die Gelegenheit um das hochverehrte Premieren-Publikum einmal darüber aufzuklären, was erwünscht, was unerwünscht ist: „Die während der Vorstellung im Zuseherraum herrschende Finsternis“, beispielweise, erfuhren die rd. 40 Besucher, „wird absichtlich herbeigeführt und hat nichts mit Sparmaßnahmen zu tun. Sie dient einerseits dem Publikum und seiner Konzentration auf die Bühnenvorgänge und andererseits als Orientierungshilfe: Denn da, wo es finster ist, da ist das Publikum. …“

Ralph Misske erzählte im Gespräch mit Michael Friederici, von seiner Vergangenheit als „sidestep“ von Lilo Pulver, als Zaubertrick bei Roncalli – denn der gelernte Schauspieler kann auf eine beeindruckende Vita zurückblicken, in der er auf der Bühne, vor der Kamera stand, als Regisseur oder Oberspielleiter arbeitete. Er jedenfalls las die Geschichte von der „sehr britischen“ Antiquitätenhändlerin, die ihre Umwelt nur unter dem Aspekt des Einkaufs- und Verkaufspreises taxiert – und doch nicht begreift, was für einen kleinen Schatz sie auf einmal in Händen hält. Natürlich eine programmatisch-literarische Anspielung auf das, was sich zunehmend als Publikumserfolg entwickelt – Kultur vor Ort.

Der zweite Teil des Abends stand natürlich im Zeichen des Gespräches mit Ralph Misske, und zweier sehr hanseatischer Themen: der gezielte Möwenschiss auf den Hut eines Mannes, der eine Hafenrundfahrt zur Besserwisser-Hölle macht – und dann, eine der Lieblingsgeschichte von Michael Friederici: „Die Möwe“ von Ingvar Ambjoernsen, dem wohl gefragtesten norwegischen Gegenwartsautor, der in Hamburg lebt: Ein Paar kommt, auch dies natürlich eine kleine feine Anspielung auf den Abend, nach einem gemeinsamen Kinobesuch heim. Auf der Abfalltonne vor der Eingangstür zu ihrem Haus sitzt eine Möwe. Wie Ambjoernsen aus dieser nahezu belanglosen Begebenheit einen Beziehungskosmos entfaltet, das war schon bemerkenswert. Kurzum: Es gab einige Verflechtungen zwischen den Geschichten und der Hansaplatz Premiere. Bis hin zur hinreißenden Musik des Kako-Weiß Trios, diese jazzigen Rhytmen, die den vollbesetzten Raum zum Mitwippen animierten, schlug den Bogen zwischen klassischer Sinti-Swing-Folklore und „neuen Tönen“…
Kako Weiß war mit seinen Mitspielern mit Sicherheit nicht zum letzten Mal bei Kultur vor Ort. Kurzum: Ein gelungener Einstieg am Hansaplatz, der aber auch die Blaupause für andere Veranstaltungen der Reihe Kultur vor Ort lieferte: Vicky Gumprecht, so viel war an diesem Abend zu erfahren, soll an einer Vervielfältigung des Verhaltenskatalogs arbeiten, zum Beispiel: „Betteln ist strengstens untersagt. Ausgenommen die Bitte der Künstler um Beifall.“ Den bekamen sie alle an diesem Abend – und wie.

Weitere Infos: Wir haben, was Ihr wollt! Erste Veranstaltung in St. Georg 
Ankündigung: Adel verpflichtet! Kultur vor Ort in Wandsbek im April 2014
Rückblick Kultur vor Ort: Hamburgerinnen, die lesen sind gefährlich im März 2014

Eine Veranstaltung der BGFG. Informationen unter (040) 21 11 00-66.

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