Kultur vor Ort:
Wintergeschichten im Elbschloss

Kultur vor Ort: Sogar die Generation iPod sang mit

Das Fest kann kommen – denn wie die Anwesenden am vergangenen Donnerstag im Elbschloß an der Bille textsicher mitschmetterten, das hatte schon nahezu Chorqualität. Es war ein schöner, ein nahezu traditioneller Abend: Es wurde gelesen, gegessen, gesungen – und natürlich viel gesprochen, schließlich waren auch einige Gäste aus anderen BGFG-Nachbarschaften angereist. Kurzum: Das Elbschloss an der Bille war rappelvoll, als BGFG-Vorstand Ingo Theel die nächste Runde von Kultur vor Ort eröffnete.

Erik Schäffler stellte „Wintergeschichten“ vor, Märchen und Geschichten aus verschiedenen Ländern. Der Hamburger Schauspieler, der seit 1994 den Teufel im Hamburger Jedermann spielt, und musikalisch auf der Gitarre von Gerald Voigts begleitet wurde, las nicht einfach vor, er lebte die Erzählungen und vermittelte das Gefühl, längst bekannte Geschichten neu zu hören. Und, so unterschiedlich sich die türkischen, russischen, portugiesischen und deutschen Geschichten auch darstellten, sie belegten doch, wie nah sich die Menschheit nicht nur bei den Weihnachtsbräuchen sein kann.

Michael Friederici thematisierte höchst vergnüglich und doch auch nachdenklich in seiner Einführung auf das Weihnachtsfest, das Neue Testament, in dem es zentral um „Flucht vor den Häschern“ ginge : „Jesus wird als Migrant geschildert“ sagte er mit Blick auf die ganz aktuelle Lage der Lampedusa-Flüchtlinge, „als jemand, der mit seiner Familie auf der Flucht, ein *Ausländer* ist.“
Seine ganz persönlichen Erfahrungen mit dem „Fest der Feste“ in einer „richtigen Patchwork-Familie“ schilderte Erik Schäffler, bevor er den urmünchener „Babba“ am Heiligen Abend beim Antzinger versaufen und die hessischen Breitlingers über den nadelnden Baum staunen ließ… .
Gerald Voigts begleitete die heiteren Geschichten nicht nur, er setzte mit der Gitarre eigene musikalische Akzente. Es gelang ihm ganz unaufdringlich die gut gestimmten BGFGler gemeinsam singen zu lassen: Und es waren an diesem unterhaltsamen Spätnachmittag nicht nur die älteren, die sich an die Weihnachtslieder, an Kindertage erinnerten, es waren junge Leute der Generation iPod, die ganz offensichtlich und deutlich hörbar zeigten, dass sie nicht nur Spaß an Facebook und Twitter haben.

„Kultur vor Ort“ jedenfalls, das zeigte dieser Tag, ist in den Nachbarschaften angekommen. Die Veranstaltungsreihe hat sich zu einem kommunikativen Treffpunkt entwickelt. Das Projekt, so Ingo Theel abschließend, soll auch im nächsten Jahr weiterwachsen.

Das Fest kann also kommen: Fröhliche Weihnachten, einen guten Rutsch – und: „Jetzt
guck’en dir einmal an, den Baum, Wi er so friedlich da steht. Wi wann nix gewese wäre. Und dabei hat er gerade ebe noch genadelt.“

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Kultur vor Ort:  „Tatverdacht“ in Steilshoop, November 2013

Eine Veranstaltung der BGFG. Informationen unter (040) 21 11 00-66.

 

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